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Heute trinken wir etwas ganz besonderes: Einen Amarone della Valpolicella!

Das Anbaugebiet Valpolicella im Norden von Verona ist bei Weinanfängern vor allem für seine Ripasso Weine bekannt. Hier wird der reguläre Rotwein mit Überresten von Amarone (Traubenhaut, Kerne etc.) neu vergoren, wodurch auch beim Valpolicella Ripasso ein rosinenartiger Eindruck entsteht, der stark an den Amarone erinnert. Wer einen günstigen Valpolicella Ripasso entdecken möchte, wird bei Lidl fündig. Eine vergleichbare Herstellung gilt auch für Doppio Passo Weine, die hauptsächlich in Süditalien hergestellt werden.

Der Amarone gehört ohne Frage zu den erlesensten Produkten der italienischen Weinwelt. Anders als beim Ripasso, werden die Trauben erst später geerntet, damit sie ihre volle Reife erreichen können. Anschließend werden sie für 3 – 4 Monate kühl getrocknet. Die Trauben verlieren einen Großteil ihres Wassers, wodurch der Zuckergehalt gesteigert und der Geschmack intensiver wird. Vieltrinker aufgepasst: Amarone Weine haben einen höheren Alkoholgehalt, zwischen 15 und 16 %.

Dieser Amarone della Valpolicella vom Schweizer Discounter Denner, Jahrgang 2010, kann locker noch einige Jahre in der Flasche bleiben. Nicht falsch verstehen: Er ist jetzt schon spannend und komplex. Ich gehe aber davon aus, dass er mit ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel noch kräftiger werden wird!

Rubinrote Farbe mit breitem Wasserrand, präsentiert sich dieser Amarone mit komplexen Aromen: Es fängt bei den klassischen Eindrücken, wie schwarze Beeren, und einem leicht an Balsamico erinnernden Geruch an. Anfangs noch etwas zurückhaltend, machen sich nach und nach Mokka, Schokolade und vor allem reife Pflaumen im Glas bemerkbar. Nein, das ist definitiv kein Zechwein!

Kleiner Tipp: Wer möchte, dass sich die Aromen des Amarone della Valpolicella ganz entfaltet, der sollte die Flasche vorab karaffieren.

Auf der Zunge macht die aromatische Vielfalt einer wahren Eleganz Platz. Anfangs ist die Säure der Pflaumen ziemlich stark, doch mit der Zeit wird der Amarone milder, ja man könnte sogar behaupten richtig „rund“. Was mich besonders gereizt hat, ist, dass dieser Wein, die sonst so typischen Portwein-Eindrücke nur sehr wenig zu haben scheint. Gleichzeitig sind die Tannine überaus sanft, wodurch Menschen, die Probleme mit den üblichen Bitternoten haben, hier sehr gut versorgt werden.

Bewertung5Auch wenn dieser Amarone della Valpolicella von Denner nicht mit der höchsten italienischen Qualitätsstufe DOCG ausgezeichnet worden wäre, 5 Weinsnob Korken hätte er auch dann noch verdient. Die Struktur ist derart kompakt, dass der Amarone auch kräftige Speisen wie Wildgerichte oder kräftigen Käse elegant abrundet. Also nichts wie her mit dem Gorgonzola!

Den Amarone della Valpolicella gibt es bei Denner für 19,90 CHF.