Als ich mit diesem Blog anfing, wollte ich keine Punkte verteilen, da ich selbst nicht vom Fach bin und darum diese Aufgabe lieber den Sommeliers überließ. Eine Weinbewertung ist nämlich eine verantwortungsvolle Aufgabe: man bewertet die Jahresarbeit eines Winzers – da sollte man schon zweimal nachdenken, bevor man einen totalen Zerriss in die Tastatur hämmert.

Auch wenn man als Weinsnob immer wieder davon ausgeht, dass man ein Original ist, bin ich nicht der Einzige, der Weine bewertet. Weinführer und Kritiker tun dies schon seit Jahren, allen voran der US-Amerikaner Robert Parker. In der deutschsprachigen Bloggerwelt verzichten aber viele auf klare Urteile, wie z.B. mein guter Freund Christian Schumann. Ein 5 Punktesystem wie meins handhabt meines Wissens bis dato nur Jochen Mai von Weinbilly.de.

Aber kommen wir zur Sache: Wieso jetzt dann doch Punkte verteilen? Mit dem stetigen Anstieg der Leserschaft, werde ich auch immer öfter angeschrieben mit Fragen, wie ich nun den und den Wein wirklich finde. Ich dachte zwar, dass meine Artikel meine Meinung klar durchschimmern lassen, doch dies scheint nicht der Fall zu sein. Um dem entgegenzuwirken und auch dem faulen Leser sofort ein klares Bild zu verschaffen, werde ich ab jetzt ein Weinbewertungssystem einführen.

Weinbewertung: Welches System ist am besten?

Es gibt verschiedene Methoden, um Weine zu bewerten, und es ist sehr umstritten, welche am besten ist. Am bekanntesten ist wohl der Streit zwischen -wie soll es auch anders sei – dem französischen und amerikanischen System.

Das 20 Punkte-System

Es kommt eigentlich gar nicht sicher aus Frankreich (die Engländer nutzen es auch), aber diese Methode ist in Europa jedenfalls weit verbreitet. Dabei wird versucht, die Weine in Sachen Farbe (max. 2 Punkte), Klarheit (2), Geruch (4), Geschmack (7) und Gesamteindruck (5) zu bewerten. Alternativ dazu gibt es noch das COS-System (Color, Odor, Sapor + Gesamteindruck), welches die Punkte anders gewichtet.

Das Parker-System

Die Amerikaner müssen wieder alles anders machen! Als Robert Parker, der bekannte Weinkritiker aus Boston, anfangs der 1980er anfing, über Wein zu schreiben, führte er ein 100 Punkte System ein, welches heute, durch den hohen Bekanntheitsgrad seines Erfinders, auch international genutzt wird. Dadurch, dass 50 die Mindestpunktzahl ist und Weine, welche 80 – 84 Punkte erhalten, erst als gelungen gelten, stellen manche diese Methode in Frage. Der Kritikpunkt ist einfach: Wieso 100 Punkte verteilen, wenn man nur 20 davon nutzt.

Die Weinbewertung des Weinsnob

Um mich für keines der politischen Lager zu entscheiden, habe ich mir ein 5 Punkte System ausgedacht, wobei ich keine Punkte, sondern Korken  verteile. Ich muss zugeben, dass ich nicht der einzige bin, der ein 5 Punkte System benutzt, doch das tut hier nichts zur Sache. Es geht mir dabei auch nicht um etwaige Details beim Wein – für mich zählt lediglich der spontane Gesamteindruck (was man wohl von den Kommentaren meiner Bewertungen ableiten kann).

Um also meine Beiträge in Zukunft besser zu verstehen, anbei meine Qualitätsstufen der Weinbewertung.

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