Fürst-von-Metternich-Sekt

Heute ist Ostern und das veranlasst mich dazu, meine Reihe über die Gallo Family Vineyards zu unterbrechen. Die Leser, die mich kennen, wissen, dass ich nichts gegen die Weine von Gallo habe, aber seien wir doch mal ehrlich: den Gallo Zinfandel Rosé schenkt man nicht aus zum Familienfest.

Die Auferstehung Jesu Christi will gefeiert werden und dazu braucht es auch den passenden Wein. Und was gib es festlicheres als einen Sekt? Und welcher Supermarkt-Sekt ist festlicher als der Fürst von Metternich Riesling?

Eine elegante dunkle Flasche, das Bild des großen Monarchistenfreundes Clemens Wenzeslaus Lothar von Metternich – an Eleganz fehlt es nicht. Dieser Eindruck möchte die Kellerei vom Johannisberg im Rheingau, die heute zur Henkell Gruppe gehört, auch vermitteln: ganze 10 Euro kostet der trockene, sortenreine Riesling; für Supermarktwein ein stolzer Preis.

Beim Namen Metternich schwingt immer ein bisschen Geschichte mit. Für seine wichtige Vermittlerrolle beim Wiener Kongress 1815 schenkte man Clemens Wenzeslaus den Johannisberg, eine der bekanntesten Reblagen Deutschlands. Der Fürst setzte von Anfang an alles daran, um Qualitätswein herzustellen, und galt als Pionier des Rieslinganbaus. Seine Nachfolger pflegten diesen Fortschrittsgeist, und so war es das Weingut Schloss Johannisberg, das als erstes Weinetiketten mit Jahrgangsangabe herausbrachte. Der Sekt, den ich heute vorstelle, kommt allerdings nicht vom Johannisberg selbst; er wird lediglich dort abgefüllt. Spielt das überhaupt ein Rolle? Nicht wirklich!

Die Farbe des Weins ist golden. Nein, es liegt am Wohnzimmerlicht! Eher hellgelb, mit Gold-Reflexen. Obwohl ich meine letzten Sektgläser beim Abwasch zerbrochen habe, perlt der Trank stark, aber fein – auch in meinen Weißweingläsern. In der Nase sticht die Frucht deutlich hervor (Mandarine, vielleicht Apfel und Pfirsich), im Geschmack weist der Sekt eine dezente Süße auf. Dieser Fürst von Metternich Sekt ist abgerundet und ausgewogen, elegant und rassig. Er hat eine schöne Säure, die nicht übertrieben dominiert und dennoch dem Gesamtbild mehr als ausreichend Struktur verleiht.

Marketing-Experten würden das Ganze auf folgende Weise umschreiben: Rotkäppchen Sekt ist für Freitagnacht, Mumm Sekt für den Sonntagsbrunch, aber der Fürst von Metternich Sekt ist für das besondere Fest! Ich muss zugeben (man hätte es bereits ahnen können), dass dieser Sekt mir wirklich hervorragend gefällt. Ich würde ihn am liebsten mehrere Tage hintereinander trinken. Seit dem vierten Jahrhundert wird das Osterfest über drei Tage gestreckt (Karfreitag, Karsamstag und Ostern). Schade nur, dass man am Karfreitag nicht trinken sollte.

Den Fürst von Metternich Riesling Sekt trocken gibt es bei Kaufland und Rewe für 10 Euro.