Henkell-Sekt

Die Feiertage kommen näher und jeder macht sich Gedanken, welcher Sekt es wohl dieses Jahr sein soll! Die Auswahl an Sekten ist in Deutschland so groß wie nirgendwo sonst auf der Welt. Der Geschmack ist nicht nur bei jeder Marke unterschiedlich, auch die Verarbeitung spielt eine wichtige Rolle. Wann trinkt man einen Brut, Rosé oder trockenen Sekt? Diese Frage möchte ich anhand von drei Flaschen Henkell Sekt beantworten.

Warum Henkell?

Henkell gehört ohne Zweifel zu den führenden Sektmarken und die Firma aus Wiesbaden ist nach eigenen Angaben der größte Exporteur von Schaumweinen in Deutschland. Zu der Henkell & Co- Gruppe gehören auch andere bekannte Marken, wie beispielsweise Fürst von Metternich, dessen Riesling letztes Jahr den ersten Platz bei meinem Sekt-Test für sich gewinnen konnte. Es gab für mich also gute Gründe, den Sekt von Henkell mal zu probieren.

Henkell Trocken – der Klassiker

Ich muss zugeben, dass ich voreingenommen bin: Halb-trockener Sekt kommt bei mir nicht ins Glas, denn die Süße macht es schwieriger, die Qualität des Produkts auszuwerten. Außerdem ist es nicht ganz einfach, einen halb-trockenen Sekt mit passenden Speisen zu kombinieren.

Umso mehr freue ich mich über einen trockenen Sekt: Feine Perlen, die lange anhalten – der Henkell Trocken gefiel mir auf Anhieb! Dazu eine frische Nase, er riecht ein bisschen nach reifen Citrus-Früchten und grünem Apfel. Auf der Zunge fühlt sich der Henkell Trocken elegant an und er hält perfekt die Balance zwischen Süße und Säure. Zusätzlich rundet etwas Würze das Ganze schön ab.

Insgesamt handelt es sich um einen klassischen trockenen Sekt, der sich perfekt für das Neujahrs Apéritif eignet. Ein paar Nüsse, Toasts mit Kaviar – das passt!

Henkell Rosé – der Leichte(re)

Manche schreckt die lachsrosa Farbe ab. Auch wenn ich eigentlich keinen Rosé Wein trinke, mache ich bei Sekt und Champagner eine Ausnahme.

Der Henkell Rosé ist nicht ganz so kräftig wie die trockene Variante. Auch geschmacklich unterscheidet er sich vom restlichen Sortiment. Hier finden wir nicht die typischen Zitrusfrüchte- oder Apfeleindrücke. Der Henkell Rosé riecht nach reifen Himbeeren. Rosé heißt allerdings nicht gleich süß – auch der Henkell Rosé ist ein trockener Sekt.

Der Henkell Rosé bietet ebenfalls einen lang anhaltenden Geschmack, der allerdings nicht ganz so intensiv ist wie beim Henkell Trocken. Deshalb sollte man ihn nicht mit allzu kräftigen Vorspeisen kombinieren. Ein leichter Salat oder ein weicher Käse reichen aus.

Henkell Brut – die französische Variante

Brut heißt, dass ein Sekt einen Restzuckergehalt von 0 bis 15g je Liter haben darf. Am einfachsten lässt sich der französische Begriff mit “herb” übersetzen.

Der Henkell Brut ist ein tolles Produkt, der meiner Ansicht nach noch etwas mehr Komplexität als die trockene Variante liefert. Auch hier sind die Perlen fein und die Nase intensiv: Birne, Apfel und vielleicht ein Hauch von süßem Brioche. Der Geschmack ist intensiver, wirkt aber dennoch erfrischend und ausgewogen. Die Säure nimmt nie Überhand und der Abgang bleibt elegant.

Da der Henkell Brut der kräftigste von den drei Henkell Sektweinen ist, würde ich auch etwas kraftvollere Snacks dazu empfehlen. Sardellen oder leicht gewürzte Oliven wären beispielsweise perfekte Begleiter.

Meine persönliche Henkell-Bewertung

Um die verschiedenen Cuvées Henkell Sekt besser beurteilen zu können, habe ich die drei Flaschen simultan und blind verkostet (die Farbbeschreibung habe ich erst später gemacht). Auf diese Weise konnte ich alle unvoreingenommen bewerten. Mein klarer Favorit ist der Henkell Brut. Persönlich bevorzuge ich kräftigere Weine und der Brut ist genau das: intensiv, komplex und von Dauer.

Der Henkell Trocken ist eher ein klassischer Sekt, der durch seinen ausgewogenen Geschmack den meisten wohl gefallen dürfte. Der Henkell Rosé ist für mich eher ein Sommer-Spaß-Sekt.

Insgesamt bin ich aber von der Marke überzeugt und muss zugeben, dass die Weine allesamt qualitativ hochwertiger sind, als der etwas teurere Mumm Sekt.