Mumm Sekt

Es ist Freitag, man organisiert eine Party und es soll ein bisschen gehoben wirken. Bier ist zu plump. Was soll die tolle Nachbarin von nebenan denn denken, auf die man es schon seit drei Wochen abgesehen hat? Also doch kein Gerstentrank. Ein Sekt muss her! Rotkäppchen ist wohl keine gute Wahl, denn das verbindet sie bestimmt mit einem typischen Weggehabend mit ihren Freundinnen.  Also greift man zum Mumm Sekt. Der ist teurer und kommt in einer eleganteren Flasche daher.

Nein, ich schreibe hier nicht autobiografisch. Erstens sind meine Nachbarinnen allesamt über 40 und zweitens serviere ich weder Mumm, noch Rotkäppchen Sekt. Ich teste sie aber gerne für diesen Blog.

Wie ist dieser Wein denn nun? Grobe Perlen sind im Glas zu sehen. Dieser Wein soll elegant sein (so Etikett)? Seine Nase will ihn auch nicht richtig aufwerten: ich rieche fast nichts. Wenn ich wohlwollend bin, und so bin ich nun einmal, könnte ich sagen: „Leichte Spur von Zitrusfrüchten.“ Es ist wohl aus diesem Grund, dass die Seite der Kellerei das Bukett als „weinig“ umschreibt. Vielleicht sollte ich nur das tun, wofür die Hersteller den Mumm Sekt gedacht haben – ihn trinken. Und siehe da, die Fruchtigkeit wird stärker, eine begleitende Säure, ausgewogen und die Kohlensäure prickelt auch nicht zu stark. Ich habe ganz bewusst die trocken ausgebaute Variante gewählt und dennoch komme ich nicht drum herum: Der Mumm Sekt Extra Dry ist ein Frauengetränk!

Ist dies nun ein guter Wein? Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, doch dieser Sekt von Mumm ist doch sehr zugänglich, zu sehr. Es ist mit Sicherheit kein kräftiger, vollmundiger Sekt und die 11,5% Alkohol scheinen sich wohl in den untersten Winkeln der Flasche zu verstecken. Sucht man allerdings einen Sekt für die nächste Party und man hat sich vorgenommen, große Mengen davon runterzuschütten, dann sind genau diese Eigenschaften ideal. Wer einen etwas ausgefeilteren Schaumwein sucht, der wird mit Henkell-Sekt sehr zufrieden sein. Und wer bereit ist, ganze 10 Euro für eine Flasche zu zahlen, der sollte sich gleich den Fürst von Metternich Sekt kaufen.