“Meine Lieblings-Rebsorte ist übrigens Chianti!” Wer solche Peinlichkeiten vermeiden möchte, sollte sich in seiner Weinausbildung frühzeitig mit Rebsorten beschäftigen.

Denn nur wer eine kleine Übersicht der wichtigsten Rebsorten hat, kann sich bei einer Verkostung schnell orientieren und weiß, wie ein bestimmter Wein schmecken kann.

Weltweit gibt es um die 10.000 Rebsorten – keine Angst, du musst sie nicht alle kennen. Für eine erste Einführung in das Thema, habe ich kurz die wichtigsten aufgelistet.

Bevor ich es vergesse: Chianti ist übrigens ein Dorf und Anbaugebiet in der Toskana. Die Rebsorte heißt Sangiovese.

Diese 9 Rebsorten solltest du unbedingt kennen!

Riesling – Die Königin der Reben

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Quelle: Paul Asman & Jill Lenoble / Flickr

Riesling gehört zu den großen Rebsorten und ist ohne Zweifel der Grund für das weltweite Prestige der deutschen Weine. Besonders interessant ist, dass man Riesling sowohl trocken, als auch als Süßwein ausbaut. Anders als bei vielen Weißweinen, können die Spitzen-Rieslingweine überaus lange gelagert werden.

Chardonnay – Die Champagner Rebsorte

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Quelle: Pete Markham / Flickr

Chardonnay wird zusammen mit Pinot Meunier und Pinot Noir in der Champagner Herstellung verwendet. Darüber hinaus gehört die Rebsorte zu den meist angebauten der Welt.

Chardonnay steht für gehaltvolle Weißweine von hoher Qualität. Kennzeichnend für Chardonnay ist, dass viele Stillweine leicht butterig schmecken. Chardonnay ist eine der wenigen weißen Rebsorten, die auch oft in Barrique ausgebaut werden.

Sauvignon Blanc – Die Fruchtige

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Quelle: Dominic Rivard / Flickr

Sauvignon Blanc steht für fruchtige Weißweine. In deutschen Supermärkten findet man oft leichte Tropfen aus Neuseeland. Besonders Anfänger kommen hier voll auf ihre Kosten, da die Weine durch den starken Fruchtgeschmack einen besonders leichten Einstieg ermöglichen.

An der Loire werden gehaltvolle Weine gekeltert. Das Anbaugebiet Pouilly-Fumé steht für absolute Spitzenqualität.

Pinot Gris – Von süffig bis gehaltvoll

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Quelle: Stefano Lubiano / Flickr

Pinot Gris oder auch Grauburgunder ist zum Modewein geworden. Doch neben den süffigen Tropfen aus Norditalien, hat die Rebsorte das Potenzial,komplexe und schwerere Weißweine  herzustellen.

Die Weine können somit einfach bis zu gehaltvoll sein. Meistens werden sie trocken ausgebaut, schmecken oft aber überaus fruchtig. Im Elsass wird der Pinot Gris auch zur Herstellung von Spätlese (vendange tardive) verwendet.

Cabernet Sauvignon – Die Bordeaux-Rebsorte

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Quelle: Steve Revare / Flickr

Cabernet Sauvignon ist der Klassiker unter den Rebsorten. Ihren Ruhm verdankt sie besonders Ihrer Rolle im typischen Bordeaux Blend, wo sie oft mit Merlot und Cabernet Franc verschnitten wird.

In der neuen Welt wird Cabernet Sauvignon oft als Rebsorten-Wein angeboten (konkret: nicht mit anderen Sorten gemischt). Einfache Weine reifen meistens im Stahltank. Die gehobeneren Tropfen werden oft im Eichenholzfass ausgebaut.

Pinot Noir – Der Burgunder

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Quelle: Jim Fischer / Flickr

 

Für Weinkenner gehört Pinot Noir zur absoluten Weltspitze – u.a. auch durch seine prominente Rolle bei den Burgunder-Weinen. In Deutschland wird ebenfalls viel Pinot Noir angebaut – die Rebsorte heißt bei uns Spätburgunder.

Von allen Wein-Rebsorten gehört Pinot Noir zu den empfindlichsten: Ist es zu warm, reift die Frucht zu schnell; ist es zu kühl, reift die Frucht erst gar nicht, wodurch die Weine einfach nur sauer schmecken. Eine Besonderheit von Pinot Noir ist, dass die Weine oft ein bisschen “milchig” schmecken.

  • Anbaugebiete: Frankreich, Deutschland, USA, Neuseeland
  • Typische Aromen: Himbeere, Erdbeere, Waldboden, Tabak
  • Weinsnob EmpfehlungBaden Spätburgunder von Aldi

Merlot – Der Cuvée Partner

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In Bordeaux wird Merlot oft mit Cabernet Sauvignon verschnitten. In der neuen Welt wird die Traube oft sortenrein angeboten.

Die Weine haben wenig Säure und auch die Tannine sind nicht ganz so stark ausgeprägt. Insgesamt drängt sich der Geschmack der Merlot-Traube nicht in den Vordergrund. Die Rebsorte wirkt sich aber besonders positiv auf die Fülle und den Körper des Weins aus.

Sangiovese – Die Chianti-Rebsorte

sangiovese

Quelle: Francesco Grol / Flickr

Sangiovese ist eigentlich sowas wie der Cabernet Sauvignon Italiens. Auch wenn es im “Bel Paese” zahlreiche Sorten gibt, ist Sangiovese die wichtigste! Sie nimmt ca. 10% der Anbaufläche ein und ist besonders in der Toskana die Haupt-Rebsorte. Andere bekannte Sangiovese Weine sind: Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano.

Tempranillo – Die Rioja-Rebe

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Quelle: Fabio Ingrosso / Flickr

Was Sangiovese für Italien bedeutet, ist Tempranillo für Spanien. Die Rebsorte wurde bekannt durch ihre prominente Rolle in den Rioja-Weinen. Sie wird allerdings nahezu überall auf der iberischen Halbinsel angebaut. In Portugal heißt die Rebsorte übrigens Tinta Roriz.

Auch wenn in Spanien viele Weine sortenrein angeboten werden, wird Tempranillo doch regelmäßig mit Garnacha verschnitten. Die Weine sind sehr körperreich und weisen oft einen höheren Alkoholgehalt auf. Tempranillo Weine aus dem Ribeira del Duero sind oft relativ komplex und können lange gelagert werden.