Ihr habt richtig gelesen: Es gibt nur 5 Geschmacksrichtungen für Wein!  Warum jeder Wein doch anders schmeckt und es trotzdem viel mehr Geschmacksangaben auf den Flaschen gibt – Das alles erfährst du jetzt!

Weingeschmack: Ein Zungenspiel

Neben den Weinfarben und Aromen unterscheidet sich Wein stark im Geschmack. Und das, obwohl es eigentlich nur 5 Geschmackstypen gibt!

Der Weingeschmack spielt sich an erster Stelle auf der Zunge ab, wobei das persönliche Mundgefühl auch eine wichtige Rolle spielt.

Weinkenner unterscheiden diese 5 Geschmacksrichtungen bei Wein:

  1. Süße
  2. Salzig
  3. Säure
  4. Bitternoten
  5. Umami

Wie weiß ich, welcher Geschmack ein Wein hat?

Unsere Zunge hat verschiedene Geschmackszonen. Diese können bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Dennoch ist die Verteilung der Geschmackszonen bei den meisten Menschen ungefähr so:

Geschmack-Wein1. Süße: spürt man vorne auf der Zunge. Fast alle Weine sind leicht süß. Das gilt auch für Rotwein, da Alkohol einen süßen Eindruck hinterlässt.

2. Salz: erkennen wir mit der äußeren Seite unserer Zunge. Salz in seiner reinen Form findet man nur sehr selten bei Wein.

3. Säure: oberhalb der Geschmackszone für Salz erkennen wir Säure. Besonders bei Weißweinen kann die Säure stärker ausgeprägt sein.

4. Bitternoten: erkennen wir am hinteren Ende der Zunge. Durch die Tannine im Rotwein entstehen Bitternoten, aber auch Weißweine können bitter schmecken.

Umami: entwickelt ein vollmundiges Gefühl und legt einen dünnen Film über unsere Zunge. Umami kommt aus dem Japanischen und beschreibt einen fleischigen Weingeschmack.

Der Abgang und der Weingeschmack

Abgang ist in der Weinsprache der Begriff für die Dauer des Geschmacks. Nachdem du den Wein getrunken hast, zählst du einfach drei Sekunden, um zu messen, wie lange der Geschmack anhält. Besonders gute Weine haben einen lang anhaltenden Geschmack. Junge oder einfache Weine sind geschmacklich nicht ganz so stark ausgeprägt und der Abgang ist kürzer.

Der Weingeschmack hält also unterschiedlich lange an:

weingeschmack

Frage: Kann Wein fettig schmecken?

Gerade Chardonnay-Weine, die im Barrique ausgebaut wurden, können leicht fett schmecken. Der Wein spürt sich dann auf der Zunge dickflüssiger an. Das Gefühl des Weins auf der Zunge nennt man in der Weinsprache auch Textur.

Was bedeuten die Geschmacksangaben auf der Flasche?

Die Geschmacksangaben für Wein sind von der Europäischen Union einheitlich geregelt, wobei es in jedem Mitgliedsstaat unterschiedliche Begriffe gibt.

Trockene Weine haben einen geringen Restzuckergehalt, wodurch sie nicht süß sein können. Ist ein Wein halb-trocken, dann hat er einen höheren Restzuckergehalt und einen begrenzten Säuregehalt. Halb-trockene Weine können süß sein, sie sind jedoch nie säurebetont.

Weingeschmack-Sekt

Henkell-Sekt gibt es in verschiedenen Geschmackstypen.

Ist ein Wein lieblich, dann ist er auch süß, denn der Restzuckergehalt ist höher als bei halb-trockenen Weinen. Steht auf dem Weinetikett das Wort “süß”, dann handelt es sich um einen Dessertwein. In Deutschland wird dafür auch der Begriff “mild” verwendet.

Feinherb ist ähnlich wie halb-trocken, wobei die Restsüße auch höher sein darf. Feststeht: ein feinherber Wein ist immer auch süß.

Internationale Geschmacksangaben für Schaumwein

Der Weingeschmack für Champagner und Co wird leicht anders festgeschrieben. Die Kohlensäure mildert unsere Empfindung von Süße und es werden andere Restzuckergrenzen gehandhabt als beim Stillwein.

Begriff in Deutschland Frankreich Italien
Mild doux dolce
Halb-Trocken demi-sec abboccato
Trocken sec secco
Extra Trocken très sec
Herb Brut
Extra Herb extra brut
brut de nature
brut de brut

In Frankreich gibt es zusätzlich noch besonders herbe Schaumweine, deren Restzuckergehalt noch geringer ist als “extra brut”. Die Bezeichnungen dafür sind: ultra brut, brut zéro oder auch brut intégral.

Wird bei der Herstellung von Schaumwein keine Wein- oder Zuckerlösung hinzugefügt, liegt der Restzuckergehalt bei null. In Frankreich spricht man dann von “zéro dosage”, in Italien von “zero dosagio”.

Hier lernst du, wie man Wein richtig verkostet.