Barrique Wein – Was bedeutet Weinausbau im Fass?

Große Weinfreaks schwören auf Wein aus dem Holzfass. Doch inwiefern verbessert der Weinausbau im Fass den Tropfen? In diesem Beitrag erkläre ich die Bedeutung von Barrique Wein.

Was ist Barrique Wein?

Barrique Wein bedeutet, dass der Wein im Fass ausgebaut wurde. Obwohl sowohl Weiß- als auch Rotwein grundsätzlich für den Eichenholzfassausbau geeignet sind, werden die Barrique oft unterschiedlich eingesetzt.

Bei Rotwein wird der Wein oft sowohl im Fass gegärt als auch ausgebaut. Der Wein ist also deutlich länger im Barrique und kann noch mehr die Holznoten aufnehmen.

Weißwein wird meistens nur im Fass ausgebaut. Die Gärung findet davor im Edelstahltank statt. Der Wein reift also nur im Fass.

Wie wirkt sich ein Barrique auf den Weingeschmack aus?

barrique wein

Inwiefern sich ein Barrique auf den Wein auswirkt, hängt von 2 Kriterien ab:

  • Wie alt ist das Fass?
  • Wie groß ist das Fass?

Neue Weinfässer geben mehr Geschmack ab. Winzer, die einen holzbetonten Wein vermeiden wollen, nutzen deshalb eher bereits benutze Fässer. Generell werden Fässer nur 3 mal verwendet, denn dann verschwindet die Auswirkung auf den Barrique Wein.

Kleine Fässer geben auch mehr Geschmack ab. Aus diesem Grund werden für manche Rebsorten, wie Riesling, eher große Fässer benutzt. Der typische Barrique-Wein-Geschmack passt nicht gleich gut zu jeder Rebsorte.

Der Geschmack eines Barrique Weins hängt auch von der Holzart ab. Amerikanische Eiche verfügt über stärkere Holzaromen. Französische Eiche ist kostenintensiver und vergibt eher subtilere Noten.

Man soll zwar nicht pauschalisieren, doch Barrique wird eher für Rotwein verwendet. Bei Weißwein nutzt man Barrique am meisten für Chardonnay.

Wie schmeckt Barrique Wein?

Allgemein gilt: Barrique Wein soll nicht zu stark “nach Fass schmecken”. Das Holz soll den Geschmack eher unterstützen und verstärken – und nie übertünschen oder dominieren.

Doch wie schmeckt ein Barrique Wein? Wenn Wein im Edelstahltank liegt, ist er hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen. Das ist beim Ausbau im Fass nicht der Fall. Holz ist porös und lässt Luft ins Fass. Dadurch findet ein stetiger Sauerstoffaustausch statt. Vereinfacht gesagt zerstört Luft die Frucht. Barrique Weine schmecken also weniger fruchtig.

Die prägnantesten Aromen für Barrique Wein sind:

  • Holz
  • Karamell
  • Rauch
  • Toast (vor allem bei Weißwein)
  • Vanille (auch oft bei Weißwein)

Das rauchige im Barrique Wein kommt vom Toasten des Weinfasses. Fässer werden vor der ersten Verwendung nämlich ausgebrannt.

Eichenholz enthält Vanillin, wodurch der Vanille-Eindruck im Wein entsteht.

Außerdem enthält Holz, wie jede andere Pflanze Zellulose, welche im Wein den Karamell-Geschmack entwickelt.

Die verschiedenen Weinfass-Größen

Es gibt verschiedene Größen Weinfässer, die den Geschmack von Barrique Wein unterschiedlich beeinflussen.

Ein Barrique Fass hat in der Regel ein Fassungsvermögen von 225 Liter.

Stückfass oder Fuder ist das große Fass und beinhaltet meistens um die 1.200 Liter. Die Größen können aber je nach Region unterschiedlich sein. Diese Fassgröße ist perfekt für Weißwein, da sie weniger Geschmack abgibt.

In Deutschland werden auch die Größen “Halbstückfass” (600 Liter) und “Doppelstückfass” (2.400 Liter) verwendet. Es gibt allerdings noch größere Fässer mit einem Fassungsvermögen bis zu 100.000 Liter. Diese geben aber dann deutlich weniger Tannine an den Barrique Wein ab.

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Ist ein Barrique Wein immer besser?

Ja, es gibt Weinfreaks die auf das Holzfass schwören. Doch grundsätzlich ist ein Barrique Wein nicht automatisch besser. Ein Barrique Wein ist auch nicht automatisch ein guter Wein.

Man kann aber sagen, dass Barrique Weine meistens weniger fruchtig sind. Sie sind aber oft eleganter, da sich durch den Holzausbau eine weitere Geschmackstiefe bildet (Karamell, Toast, Holz, Vanille etc.). Dadurch wird der Wein auch komplexer im Geschmack.

Übertreibt der Winzer aber mit dem Fassausbau, dann schmeckt der Barrique Wein einfach nur noch nach Vanille, Holz oder gar Butter. Das kann man mögen. Der Wein ist dann aber nicht mehr ganz so elegant.

Solltest du eher fruchtige Jungweine mögen, dann ist ein Wein aus dem Holzfass möglicherweise besser für dich. Schau dir dazu gerne meinen Beitrag zum Thema Bag in Box Weine an.

Wie serviert man einen Barrique Wein am Besten?

Allgemein kann man sagen, dass gute Barrique Weine etwas eleganter sind. Es kann sich dennoch lohnen den Wein mit einem guten Dekanter zu dekantieren, damit sich die Aromen noch besser entfalten. Dies sollte man aber eher bei Jungweinen machen.

Wie hat man den Barrique Wein erfunden?

Die Römer lagerten und transportierten Wein in Amphoren. Es waren die Kelten, die gar keinen Wein tranken, die das Holzfass erfanden. Sie nutzten Fässer zum Transport von Getränken.

Die Auswirkung des Fasses auf den Barrique Wein wurde erst im 19. Jahrhundert entdeckt – und zwar aus Zufall. Die Weine wurden nämlich in Holzfässer transportiert. Nach einer langen Schiffsfahrt entdeckte man, dass der Wein sich geschmacklich positiv verändert hatte. Der Barrique Wein war geboren.

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