Freixenet Carta Nevada Semi Seco

Fürs neue Jahr lässt der Weinsnob die Korken knallen. Und zwar mit des Deutschen liebstem Cava: dem Freixenet Carta Nevada Semi Seco. Ich muss zugeben, dass ich mit dieser Wahl also keineswegs originell bin, doch das Ziel dieses Wein-blogs ist es ja, die Leser über die Weine zu informieren, die sie trinken. Und da gehört dieser halbtrockene Cava von Freixenet eindeutig dazu!

Auch wenn es nicht in meinen Einkaufsregeln für Supermarktwein steht, hätte ich es doch dort erwähnen sollen: „Du sollst keinen halbtrockenen Schaumwein trinken!“ Wieso habe ich dann gerade diesen Freixenet ausgesucht? Die Antwort ist schlicht, dumm und wahr: der Freixenet Carta Nevada Semi Seco war im Angebot bei Rewe (gerade für die Feiertage) und ich hatte den letzten Teil des Namens (Semi Seco) überlesen. Auch ein erfahrener Weintrinker macht Fehler.

Ist dieser Freixenet Carta Nevada Semi Seco ein Fehler? Eigentlich nicht! Ich bin der Meinung man muss Weine immer innerhalb ihrer Kategorie bewerten. Und dieser Freixenet ist keineswegs ein schlechter Cava – besonders in Bezug auf seinen Preis (unter 7 Euro). Nur glaube ich, dass Schaumweine, die halbtrocken ausgebaut werden, durch ihre höhere Restsüße einen Teil ihres Potentials einbüßen (oder zumindest nicht genügend ausbauen können). Und genau das passiert auch hier. Dieser Cava, der aus den spanischen Rebsorten Macabeo, Xarel-lo und Parrelada hergestellt wird, hat zwar eine schöne hellgelbe Farbe und einen ausgesprochen fruchtigen Geruch (Pfirsich, vielleicht sogar Honigaromen). Er ist auch sehr ausgewogen, mit einem leichten Hang zur Süße (durch seine Fruchtigkeit und seine Ausbauart), doch wirklich viel mehr kann man über diesen Wein auch nicht sagen. Er ist halt ein Partywein, den man auch gerne zur WG Party mitnimmt. Durch den hohen Bekanntheitsgrad der Marke Freixenet, kommt der Wein dann bei den meisten auch gut an.

Ist der Freixenet Carta Nevada Semi Seco empfehlenswert? Wer einen bekömmlichen Cava sucht und fruchtige Weine mag, dazu auch nicht allzu viel Geld ausgeben will, soll sich von meinen Vorurteilen nicht abschrecken lassen. Wer allerdings einen anspruchsvolleren Wein sucht, der sollte sich woanders umschauen.