Rubinaia Grande Amoroso – fruchtige Überraschung aus Apulien

Rubinaia-Grande-AmorosoGibt es guten Wein in Süditalien? Meine Antwort: ein klares JA! Okay, aber nur die großen Namen kann man trinken? NEIN!

Süditalienische Weine sind unter Möchtegern-Experten nicht wirklich beliebt. Das liegt daran, dass die Rotweine sehr gerbstoffreich und schwer sind. Dies gilt besonders für die günstigen Flaschen unter 4 Euro, welche man bei Penny und Netto immer wieder findet.

Nun muss ich zugeben: Aldi ist auch ein Discounter. Doch sein Rubinaia Grande Amoroso ist weder schwer, noch tanninenbetont. Nein, er ist eher eine Beerenfruchtbombe, sowohl im Geschmack, als auch in der Nase. Ich musste den Wein nicht einmal einschenken – nur die Flasche öffnen reichte aus: ganz klar reife Johannisbeeren mit ein bisschen Pflaume dazu!

Der Rubinaia Grande Amoroso wirkt überhaupt nicht wie ein Wein des Südens. Extrem weich, leicht samtig liegt er auf der Zunge. Wäre da nicht der kleine säuerliche Himbeereindruck – der Wein würde diskret auf der Zunge zergehen. Nichts von Alkoholschwergewicht, kein Tanninenmonster, null Bitternoten! Nein, wir haben es hier nicht mit einem Machowein zu tun! Doch eine derartige Frucht im Geschmack, ohne den damit einhergehenden radikalen Verlust an Ausgewogenheit (das Beaujolais Nouveau Phänomen), habe ich noch nie erlebt. Bewertung3Für mich als Weinnerd war besonders beeindruckend, dass seine Farbe gar nicht zu den olfaktorischen und geschmacklichen Eindrücken passte: Mit seinem tiefroten, leicht braunen Schimmer erinnert er viel mehr an einen 15 Jahre alten Rioja. Der Jahrgang: 2011!

Ich gebe zu, der Rubinaia Grande Amoroso könnte etwas langlebiger am Gaumen sein und nein, ich würde es nicht empfehlen, ihn noch ein paar Jahre in der Flasche altern zu lassen!

Dennoch ist er ein sehr angenehmer Begleiter zu jeder Art von Pasta und lässt sich auch gut mit Pflaumen- oder Feigensaucen kombinieren. Ein durchaus empfehlenswerter Aldi Wein.

Den Rubinaia Grande Amoroso gibt es bei Aldi Nord für 4,99 Euro.

4 Comments

  1. Gemeinsam mit einer Gruppe von Weinfreunden hatten den 2012er im Glas, der von einem Weinkritiker namens Luca Maroni mit 93 Punkten bewertet wurde, umso größer war die Neugier auf den Wein. Zunächst stimme ich Dir zu, der Wein erscheint sehr beerig. Allerdings erinnert es mich eher an ein übersüßtes und langweiliges Beerenkompott aus alen Beeren, die Mutter Natur so übrig hatte …

    Seine Machart ist offiziell angelehnt an Amarone/Ripossa, kommt aber nicht annähernd an deren Qualität heran.

    Für mich und meine vier Mitverkoster waren die € 4,99 heraus geschmissenes Geld. So unterschiedlich sind halt die Geschmäcker 🙂

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