Côtes du Rhône Wein: Das Anbaugebiet, die Winzer und die Weine

Die Côtes du Rhône haben sich als eine Region für Spitzenweine etabliert. Doch welche Rebsorten gibt es dort? Was macht diese Weinregion so besonders? Welche Côtes du Rhône Weine sollte man verkostet haben? Heute stelle ich euch dieses wichtige Weinanbaugebiet vor.

Côtes du Rhône: Welche Weinregionen gibt es dort?

Das Anbaugebiet sollte man logischerweise in 2 Bereiche unterteilen: Die nördliche und die südliche Côtes du Rhône.

Die nördliche Côtes du Rhône

  • Für Rotweine wird primär Syrah verwendet
  • Für Weißweine wird vor allem Marsanne und Roussanne geerntet
  • Die meisten Weine sind Verschnittweine
  • Das Klima ist kühler als im Süden
  • Der warme Südwind unterstützt das Gedeihen der Reben
  • Die Weine sind oft eleganter als im Süden

Die Appellationen der nördlichen Côtes du Rhône sind:

  • Côte-Rôtie
  • Condrieu
  • Saint-Joseph
  • Crozes-Hermitage
  • Hermitage
  • Château-Grillet
  • Saint-Péray
  • Cornas

Die südliche Côtes du Rhône

  • Für Rotweine wird primär Grenache verwendet
  • Weißweine entstehen hier meistens aus Marsanne, Roussanne und Grenache Blanc
  • Die meisten Weine sind Verschnittweine
  • Das Klima ist wärmer als im Norden
  • Die Weine sind kräftiger als im Norden

Die Appellationen der südlichen Côtes du Rhône sind:

  • Châteauneauf-du-Pâpe
  • Vacqueyras
  • Gigondas
  • Vinsobres
  • Côtes du Rhônes Villages
  • Lirac
  • Tavel
  • Cairanne
  • Rasteau
  • Beames de Venise

Weitere spannende Informationen zu den Weinen der Côtes du Rhône gibt es auf der offiziellen Webseite der Weinregion.

Côtes du Rhône Weine: Welche Rebsorten sind zugelassen?

Côtes du Rhône Weine sind fast immer Cuvées. Das heißt, dass für die Weinherstellung mehrere Rebsorten verwendet werden. 97% der Produktion sind Rot- und Roséweine. Dessertweine gibt es quasi nicht.

Die Hauptrebsorten sind für Rotweine Syrah und Grenache. Für Weißweine verwendet man Marsanne Blanche, Roussanne, Grenache Blanc, Bourboulenc, Clairette Blanche und Viognier.

Auch spannend: Manche Exportschlager-Rebsorten kommen eigentlich aus der Rhône und werden mittlerweile in der ganzen Welt angebaut. Syrah ist äußerst beliebt bei australischen Winzern und heißt dort Shiraz. Grenache und Mourvèdre werden seit einiger Zeit auch in Kalifornien angebaut. Viognier gedeiht gut in Südafrika.

Die Rebsorten für Rotweine der Côtes du Rhône

Appellation Syrah Grenache Mourvèdre Cinsault
Côte-Rôtie X X X
Condrieu X X X X
Château-Grillet X X X X
Saint-Joseph X X X
Crozes-Hermitage X X X
Hermitage X X X
Cornas X X X
Saint-Péray X X X X
Vinsobres X X
Rasteau X X X
Cairanne X
Gigondas
Vacqueyras
Beaumes de Venise
Châteauneuf-du-Pâpe
Lirac
Tavel X
Côtes-du-Rhône Villages



Die Rebsorten für Weißweine der Côtes du Rhône

Appellation Marsanne Roussanne Viognier Grenache Blanc
Côte-Rôtie X X X
Condrieu X X X
Château-Grillet X X X
Saint-Joseph X X
Crozes-Hermitage X X
Hermitage X X
Cornas X X X X
Saint-Péray X X
Vinsobres X X X X
Rasteau X X X
Cairanne
Gigondas X X X X
Vacqueyras X X
Beaumes de Venise X X X X
Châteauneuf-du-Pâpe X X X
Lirac
Tavel X X X X
Côtes-du-Rhône Villages


Es sind noch deutlich mehr Rebsorten in dieser Weinregion zugelassen. Die oben angeführte Tabelle soll nur eine Übersicht der wichtigsten Rebsorten geben. Die weiteren Sorten sind:

Für Rotwein:

  • Carignan
  • Counoisse
  • Clairette
  • Muscardin
  • Terret Noir
  • Vacarèse

Für Weißwein:

  • Piquepoul Blanc
  • Ugni Blanc (Trebbiano)

Côtes du Rhône Wein: Welche Weine gibt es wo?

Auch wenn ein Großteil der Tropfen Rotweine sind, gibt es auch Regionen, die ausschließlich Weißwein produzieren. Die Appellation Tavel stellt nur Roséwein her. Es ist auch die einzige Unterregion in Frankreich, die nur auf diesen Weintyp spezialisiert ist. Und andere Regionen spezialisieren sich rein auf Rotwein.

Appellation Weintyp Anbaufläche in ha Produktion in hl Ertrag pro Hektar
Côte-Rôtie 100% Rotwein 308 12.606 41 hl/ha
Condrieu 100% Weißwein 192 7.443 39 hl/ha
Château-Grillet 100% Weißwein 3 62 21 hl/ha
Saint-Joseph 88% Rotwein & 12% Weißwein 1.231 49.781 40 hl/ha
Crozes-Hermitage 92% Rotwein & 8% Weißwein 1.683 80.314 49 hl/ha
Hermitage 76% Rotwein & 24% Weißwein 137 3.292 24 hl/ha
Cornas 100% Rotwein 145 5.236 36 hl/ha
Saint-Péray 100% Weißwein 85 3.086 36 hl/ha
Vinsobres 100% Rotwein 583 19.912 34 hl/ha
Rasteau 100% Rotwein 994 33.494 35 hl/ha
Cairanne 96% Rotwein & 4% Weißwein 853 30.194 35 hl/ha
Gigondas 99% Rotwein & 1% Rosé 1.208 37.101 31 hl/ha
Vacqueyras 95% Rotwein, 4% Weißwein & 1% Rosé 1.412 45.620 32 hl/ha
Beaumes de Venise 100% Rotwein 635 21.747 34 hl/ha
Châteauneuf-du-Pâpe 93% Rotwein & 7% Weißwein 3.133 100.800 32 hl/ha
Lirac 87% Rotwein, 10% Weißwein, 3% Rosé 771 24.317 32 hl/ha
Tavel 100% Rosé 911 37.778 41 hl/ha
Côtes-du-Rhône Villages 100% Rotwein 8.627 338.452 39 hl/ha


Die Tabelle zeigt die Diversität der Weine der Côtes du Rhône und des Anbaugebiets. Die größte Appellation nach Hektar ist Côtes-du-Rhône-Villages, die auch Lirac und Tavel umfasst. Wenn man nach reinen Unterregionen geht, wäre sowohl die Anbaufläche als auch die Produktion in Châteauneuf-du-Pâpe am größten.

Den niedrigsten Ertrag pro Hektar findet man lustigerweise nicht in einer Rotweinunterregion, sondern in Château-Grillet. Hier werden Spitzenweißweine produziert zu einem abartig niedrigen Hektarertrag von 21 Hektoliter pro Hektar.

Von den Rotweinregionen weist Hermitage den niedrigsten Hektarertrag auf. Aus diesem Grund sind diese Côtes du Rhône Weine auch besonders preisintensiv. Sie gehören aber auch zur Weltspitze. Und Preis hat bekanntlich seinen Preis.

Welche Winzer sind die bekanntesten in den Côtes du Rhône?

Die Weine aus den Côtes du Rhône sind nicht gerade die günstigsten Weine die man so kriegen kann. Weinkenner können sich hier aber so richtig ausleben. Es gibt in der Region allerdings sehr bekannte Winzer mit denen man sich beschäftigen sollte. Vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld.

Domaine Étienne Guigal – Ein Wein für jede Preislage

Étienne Guigal hat 67 Ernten selbst geleitet. Mittlerweile ist Enkel Philippe der Chef. Das Weingut besitzt Lagen im nördlichen Teil der Côtes du Rhône, in La Turque, La Mouline und La Landonne um genau zu sein.

Die Weine sind nach den Subregionen unterteilt. So gibt es Flaschen mit den Label Saint-Joseph, Gigondas, Ermitage, Condrieu, Châteuneuf-du-Pâpe und Côte-Rotie. Natürlich gibt es auch einen generischen Côtes du Rhône Wein.

Das tolle an den Flaschen der Domaine Étienne Guigal ist der Fakt, dass das Weingut Tropfen in quasi jeder Preislage anbietet. Der generische Côtes du Rhône Wein liegt bei ca. 9,90 Euro. Den Gigondas gibt es für ungefähr 21 Euro. Der Côtes du Rhône Brune et Blonde ist der teuerste Rotwein (Preis: um die 45 Euro).

Das Weingut bietet auch weiße Côtes du Rhône Weine an. Diese sind nicht ganz so preiswert. Die günstigste Flasche ist ein Condrieu und liegt bei ca 44 Euro. Der bekannteste Wein ist der Ermitage Blanc Ex Voto für 177 Euro. Dieser Cuvée-Wein aus 90% Marsanne und 10% Roussanne ist ein sensationeller geradliniger Tropfen. In meiner Karriere als Weinblogger habe ich selten eine derart spannende Mischung aus salziger Mineralität und Zitrusfrucht gefunden.

Domaine des Bosquets

Dieses Weingut ist der Spezialist für die Appellation Gigondas in der südlichen Côtes du Rhône. Es produziert auch Weine mit anderen Labels, wie beispielsweise Beaumes de Venise und Côtes du Rhône Villages.

Dieses Weingut zeichnet sich durch eine besondere Strategie aus. Viele Weine stammen aus Einzellagen. Damit meint man bestimmte Parzellen innerhalb der Region. Im Falle der Domaine des Bosquets liegen diese meistens in der Appellation Gigondas. Eine Auswahl dieser Einzellagen (Französisch Lieu-dit) sind Le Plateau, Les Bosquets, La Colline und Jasio.

Die Weine sind nicht günstig, aber sie liegen preislich noch hinter den Flaschen von Guigal und Chapoutier. So kostet der Einzellagenwein Le Plateau Gigondas ca. 42 Euro. Der Jahrgang 2016 wurde vom bekannten Weinmagazin Decanter mit 95 Punkten ausgezeichnet. Der Wein ist kräftig mit Aromen von Lakritze, Waldbeeren und Pflaumen. Meiner persönlichen Einschätzung nach, hat der Wein eine Reifepotential von mindestens 10 Jahren. Ein echter Knaller.

Maison M. Chapoutier

Maison Chapoutier steht für erstklassige, biodynamische Weine. Das Weingut hat nicht nur Lagen in den Côtes du Rhône, sondern auch in anderen Ländern. Darunter fallen Deutschland (Franken, Baden, Pfalz), Spanien (Ribera del Duero und Rueda), Portugal (Douro) und sogar Australien (Victoria).

Das Weingut produziert Weine in der gesamten Rhône, darunter auch zahlreiche Côtes du Rhône Weine. Hier besitzt es Lagen in fast allen Appellationen, darunter in Hermitage, Gigondas, Condrieu und Châteauneuf-du-Pâpe.

Das tolle an den Weinen von M. Chapoutier ist, dass es Flaschen in jeder Preislage gibt. Der Basiswein Belleruche Côtes du Rhône liegt preislich bei ca. 6 Euro und ist perfekt für Einsteiger. Der Les Meysonniers Crozes-Hermitage ist mit seinen 18 Euro bereits etwas teurer, bietet dafür aber jede Menge Substanz. Der Vorzeigerotwein des Weinguts ist der Le Pavillon Hermitage. Preis: Über 250 Euro pro Flasche.

Welche günstige Weine aus der Côtes du Rhône empfiehlt der Weinsnob?

In den letzten Jahren habe ich gleich mehrere Rotweine aus den Côtes du Rhône für diesen Blog getestet. Hier ist eine Auswahl der besten Weine zum kleinen Preis.

Les Dauphins Côtes du Rhône

Les Dauphins ist der typische Supermarkt-Côtes du Rhône. Er ist schön süffig und marmeladig im Geschmack. Kein leichter Wein, aber das muss auch nicht sein. Dazu ist er äußerst günstig. Bei Karstadt gibt es ihn für ca. 5 Euro.

vinsobres-cru-des-cotes-du-rhone-syrah-grenache

Einen anderen günstigen Côtes du Rhône Wein habe ich mal bei Lidl gefunden. Sie haben ihn regelmäßig: Immer wenn sie französische Woche organisieren. Der Vinsobres Cru des Côtes du Rhône ist zwar ein einfacher Wein, dafür kostet er aber auch nur 6,99 Euro. Für wenig Geld erhält man hier eine kleine Geschmacksbombe, der mich ein bisschen an Schwarze Johannisbeere Marmelade erinnert. Weiterer Tipp: Wenn es diesen Lidl-Wein mal wieder gibt, empfehle ich gleich mehrere Flaschen zu kaufen. Dieser Côtes du Rhône Wein hat nämlich Reifepotential. Man kann ihn getrost 8 bis 10 Jahre liegen lassen. Echte Weinfreaks testen ihn dann jedes Jahr aufs Neue und vergleichen die Geschmacksentwicklung über die Zeit in ihren Notizen. Spannend!

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