“Wonach riecht dieser Wein eigentlich?” Damit du diese Frage selbst beantworten kannst, musst du nicht noch ein weiteres Weinbuch lesen. Wein verkosten ist keine Kunst – jeder kann es lernen! Ich zeige dir in 4 Schritten, wie auch du es schaffen wirst!

1. Das Glas richtig halten

Egal was du in amerikanischen Filmen gesehen hast – das Glas hältst du am Stiel! Wenn du Wein probieren willst, sollst du das Glas niemals oben anfassen. Warum? Wein sollte in der perfekten Temperatur serviert werden. Dann darfst du dein Glas nicht mit deinen Händen wärmen!

Tipp: Schenke beim Wein Degustieren dein Glas nie zu voll ein. Möglicherweise möchtest du mehrere Flaschen hintereinander testen – betrunken geht das nicht so gut!

2. Schau dir den Wein zuerst an

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Wein verkosten ist mehr als nur Trinken! Wenn du einen schönen Tropfen testen möchtest, solltest du ihn dir zuerst genauer ansehen. Konzentriere dich auf 4 wichtige Fragen: Welche Farbe hat der Wein? Ist der Wein trüb oder klar? Wie breit ist der Wasserrand? Ist der Wein dickflüssig oder eher dünn? Für die letzte Frage schwenkst du das Glas und schaust dir die Tropfen am Glasrand an.

Tipps zum Wein Verkosten

  • Ältere Weine haben einen breiteren Wasserrand.
  • Jüngere Rotweine haben eine dunklere Farbe. Ältere Rotweine werden heller.
  • Weißwein wird dunkler mit den Jahren.
  • Süßweine sind dickflüssiger als trockene Weißweine.

Riech den Wein wie Grenouille

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Weine unterscheiden sich nicht nur geschmacklich. Ein Großteil der Eindrücke befinden sich im Geruch (Aromen). Deshalb solltest du beim Probieren von Wein immer zuerst deine Nase nutzen! Rieche zuerst einmal intensiv.

Damit sich die Aromen voller entfalten können, schwenkst du das Glas (das darf auch mal aggressiver sein!). Dann schnupperst du noch einmal am Wein, der jetzt noch mehr Gerüche von sich geben wird. Die Franzosen nennen diesen Zweit-Eindruck “second nez” (zweite Nase).

Beim Wein Verkosten kannst du ganz leicht folgende Geruchstypen unterscheiden:

  • Frucht
  • Gewürze
  • Pflanzen
  • Erdig/Holz
  • Chemisch

Trinken tust du als letztes!

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Ja, du hast richtig gelesen! Wein testen fängt nicht beim Trinken an. Erst nachdem du dir den Tropfen richtig angeschaut und die Gerüche in dich aufgenommen hast, darfst du ihn tatsächlich trinken! Wein zu verkosten ist eine alles umfassende Erfahrung.

Achte beim Wein Degustieren zuerst auf die Hauptgeschmackseindrücke:

  • Ist der Rotwein bitter, trocken, feinherb oder fleischig?
  • Schmeckt dein Weißwein eher süß oder säuerlich?

Das Gute daran: Diese Unterscheidungen gelingen dir schon nach wenigen Flaschen.

Wenn du danach noch weiter in die Tiefe gehen willst, solltest du dich näher mit folgenden Bereichen befassen:

  • Weinfarben
  • Weinaromen
  • Wein-Geschmacksrichtungen

Wein bewerten – einfach gemacht

Verlasse dich beim Wein Verkosten immer auf deinen Geschmack! Es spielt keine Rolle, was auf der Rückseite des Etiketts steht! Am Ende muss die Flasche dir gefallen und nur du weißt, was dir schmeckt. Wie willst du einen Wein testen, wenn du dich nicht auf deinen Geschmack verlassen kannst?

Wenn du einen Wein bewerten willst, kannst du unterschiedliche Bewertungssysteme nutzen.

Das Parker-Modell: Die Amerikaner bewerten Weine auf einer Skala von 50 bis 100.

  • 50 bis 69 Punkte: schlecht bis unterdurchschnittlich
  • 70 bis 79 Punkte: durchschnittlich
  • 80 bis 89 Punkte: überdurchschnittlich bis sehr gut
  • 90 bis 95 Punkte: hervorragend
  • 96 bis 100 Punkte: außerordentlich

Die europäische Variante: das COS-System steht für Color (Aussehen, Farbe & Klarheit), Odor (Geruch) und Sapor (Geschmack). Die maximale Punktanzahl ist 20.

  • 01 bis 10 fehlerhaft
  • 10 bis 12 nicht zufriedenstellend
  • 12 bis 14 gut
  • 14 bis 16 sehr gut
  • 16 bis 18 ausgezeichnet
  • 18 bis 20 Spitzenqualität

Das 5 Punkte-System (DLG): Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft bewertet Weine nach Geruch, Geschmack und Harmonie. Die maximale Punktanzahl liegt bei 5.

Am Ende ist es unwichtig, für welches System du dich beim Wein Verkosten entscheidest. Wichtig ist nur, dass du nach dem Wein Probieren genau weißt, ob die Flasche dir gefällt oder nicht!

Gelingt dir das Wein Verkosten, wirst du dein Weinwissen rasch ausbauen, lernst mehr über deine Geschmackspräferenzen und wirst auch bei deiner Ernährung genauer auf die Qualität der Lebensmittel achten.